Windhose schlug in Tönisvorst Schneise der Zerstörung

Tönisvorst/stg

Was man sonst nur aus Katastrophenfilme im Fernsehen kennt, ereignete sich am späten Sonntagabend in den Hohnschaften Schmitzheide/Unterweiden und Hahnenweide, gelegen zwischen Tönisvorst-Vorst, Kempen, Tönisvorst-St.Tönis und Grefrath-Oedt.

Gegen 20:43 Uhr schlug in einem Gebiet von mehreren Kilometer länge und einer Breite von mehreren hundert Metern eine Windhose eine Schneise der Zerstörung.

Mehrere Wohnhäuser und Gehöftteile eines Reitstalls wurden zerstört; meterdicke Bäume wie Streichhölzer regelrecht umgeknickt. Glück im Unglück für die Bewohner, die mit teils großen materiellen Verlust, jedoch ohne Personenschäden diese Naturkatastrophe miterleben mußten.

Die Freiw. Feuerwehr Tönisvorst, die mit 13 Fahrzeugen und gut 80 Einsatzkräften vor Ort war, fand bei Eintreffen an den verschiedenen Einsatzstellen ein Bild der Verwüstung vor.

Einsatzleiter Hermann Snellen teilte Kräfte und Fahrzeuge in Abschnitte ein, um so möglichst überall sofort helfen zu können.

Im Bereich der Schmitzheide, in der Nähe des Kreuzungsbereiches Tönisvorst-Vorst, Kempen, Tönisvorst-St.Tönis und Grefrath-Oedt hatte die Windhose den gesamten Dachstuhl eines Hauses erfaßt und den im Haus befindlichen männlichen Bewohner so in Angst und Schrecken versetzt. Glücklicherweise kam er unverletzt aus dem total zerstörten Haus; Hausreste wurden über fast 100 mtr. zerstreut.

Weiter zog die Windhose über Felder, um dann erneut in einem Reitgehöft zuzuschlagen. Pferde, die sich innerhalb der Stallungen aufhielten, wurden glücklicherweise von herabfallenden Dachziegeln und Hallenteile nicht verletzt; zwar eingeklemmt, jedoch von der Feuerwehr und Nachbarn schnell befreit und aus den Stallungen geführt. Teile des Gehöftes wurden größtenteils zerstört. Mehrere meterhohe große Bäume wurden entwurzelt und langen quer auf den Fahrbahnen. Glücklicherweise kamen auch hier keine Person zu Schaden; mehrere Autos wurden völlig zerstört.

Weiter zog die Windhose um dann in Unterschelthof wieder erheblichen Schaden anzurichten. Mehrere Stromleitungen wurden abgerissen, ein 4000 qm großes Treibhausarenal wurde sehr stark beschädigt.

In einem freistehenden Wohnhaus/Bauernhof wurden die Dachstühle teils abgedeckt; hier hatte eine junge Familie sehr viel Glück. Innerhalb der Wohnung löste sich die Holzdecke und begrub ein Kleinkind unter sich. Die Eltern konnten das unverletzte Kind aus der mißlichen Lage befreien.

Die Einsatzstellen der Feuerwehr wurden durch die Polizei abgesperrt. Um Hausabsperrungen vorzunehmen war auch der Tönisvorster Bauhof mit mehreren Fahrzeugen vor Ort.

Nach über 3 Stunden Arbeit konnte die Freiw. Feuerwehr Tönisvorst, bestehend aus den beiden Löschzügen St.Tönis und Vorst, die teils auch durch Kräfte der Willicher Feuerwehr unterstützt wurde, die Einsatzstellen verlassen.

Über die Höhe des Sachschadens macht die Feuerwehr keinerlei Angaben.

 

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